Keratoplastik

MEDIZINFOTOGRAFIE

Das Auge liefert 80 Prozent der Informationen, die wir brauchen, um die Welt wahrzunehmen, und hat dabei Vorrang vor allen anderen Sinnen. Wenn unsere visuelle Wahrnehmung nicht mehr richtig funktioniert, wirkt sich das zwangsläufig auf unseren Alltag, unsere Mobilität und unser Wohlbefinden aus. Visuelle Einschränkung bedeutet einen permanenten Kampf gegen die Barrieren einer stark visuellen Welt.
Infektionen, Verletzungen und angeborene Krankheiten können die Hornhaut eintrüben, was zu einer starken Sehbehinderung führt. Eine solche Trübung kann mittels einer Transplantation entfernt und durch die intakte Hornhaut eines Verstorbenen ersetzt werden. Solche Keratoplastiken (Hornhauttransplantationen) werden in Deutschland jährlich mehrere tausend Mal durchgeführt – mit einer Erfolgsquote von über 90 %. Im Gegensatz zu den bekannteren Organspenden ist der Bekanntheitsgrad solcher Gewebespenden jedoch relativ gering. Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) koordiniert alle Transplantationen in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für eine bessere gesellschaftliche Aufklärung zum Thema ein.

In dieser Corporate Medizinfotografie Serie wird der komplette Prozess einer Keratoplastik anhand einer dokumentarischen Fotoserie gezeigt. Eine Patientin mit Hornhauttrübung, Frau Koberstein, wird auf ihrem Weg vom trüben Blick zum klaren Sehen begleitet.
Die Serie gibt Aufschluss darüber, woher das gespendete Gewebe stammt, welche Stationen die gespendete Hornhaut bis zum Transplantat durchläuft und welche Schritte notwendig sind, bis der gesamte Prozess für die Patientin abgeschlossen ist und sie wieder klar sehen kann.

GENRE

Medizinfotografie / Corporate / PR Fotografie / Dokumentarfotografie

ELEMENTE

Medizinfotografie, Reportage, Medizinische Still-Life-Fotografie, Porträts

LOCATION

Hannover / Hamburg / Braunschweig / Peine, Deutschland

Der Prozess des „Wiedersehendmachens“ geht über die klassische Medizinfotografie hinaus und bedurfte der Dokumentation eines umfangreicheren Prozesses, für den die PR-Reportagefotografie das geeignete Mittel darstellte. In Kliniken und Krankenhäusern in Hannover und Braunschweig wurden die Stationen des Spendergewebes und der Patientin dokumentarfotografisch begleitet. Im privaten Umfeld und während der Behandlung und Operation im Augenklinikum entstanden Portraits, klassische Medizinfotografien und Reportagefotografien. Still-Life- und Architekturaufnahmen runden das Projekt zu einer umfassenden PR-Geschichte ab.

Der spannende Kern dieser Fotoserie liegt in sich selbst: Eine rein visuelle Geschichte entstand auf der Grundlage des Sehens und Wiedersehendmachens – während das Augenlicht eines Menschen vollständig wiederhergestellt wurde.

Die spezifischen Verfahren zum Entfernen, Bearbeiten und Wiedereinsetzen von menschlichem Gewebe erfordern spezielle Umgebungen, Werkzeuge und Methoden, die in formalen, sauberen Fotografien visuell übersetzt wurden.

Ein wesentlicher Punkt während des gesamten Produktionspozesses an den verschiedenen Standorten in Hannover, Braunschweig und anderen norddeutschen Städten war es, die nötige Distanz zu wahren und gleichzeitig mit der Kamera so nah wie möglich an meinen Motiven zu sein. Empathie und Professionalität sind hier oftmals die entscheidenden Faktoren, die solch ein Projekt erst möglich und gut machen.

Medizinfotografie